Die Türkei (Türkiye Cumhuriyeti) liegt mit einer Gesamtfläche von 814.578 qkm als eines der wenigen Länder auf zwei Kontinenten, zwischen dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer. 97% des Landes befinden sich in Asien (Anatolien), 3% in Europa (Thrakien). Angrenzende Länder sind Griechenland (206 km Grenze), Bulgarien (240km), Georgien (252km), Armenien (268km), Aserbaidschan (Exklave und autonome Republik Nachitschevan, 9 km), Iran (499 km), Irak (352 km) und Syrien mit 822 km Grenzelinie.

In der Türkei leben rund 70 Mio. Einwohner, die Wachstumsrate beträgt 1,21%.
Die Hauptstadt ist Ankara, die Amtssprache ist Türkisch. In Teilen des Ostens und Südostens wird auch Kurdisch gesprochen.

Das Klima der Türkei zeichnet sich durch ein kontinentales Klima im anatolischen Raum und einem mediterranen Klima an der Süd- und Westküste aus. Seit 1941 ist die Türkei geographisch in sieben regionale Zonen untergliedert, die allerdings keine politische Bedeutung innehaben. Sie unterscheiden sich durch ihr Klima, ihre Vegetation und ihre Flächennutzung: Die Maramararegion, die Ägäisregion, die Schwarzmeerregion, Zentralanatolien, die Mittelmeerregion, Ostanatolien und Südostanatolien.

Die Marmararegion im Nordwesten des Landes bildet vor allem durch die Millionen-Metropole Istanbul das wirtschaftliche und industrielle Zentrum der Türkei. Das Marmarameer mit dem Bosporus trennt hier die Kontinente Europa und Asien sowie das Ägäische Meer vom Schwarzen Meer. Thrakien wird auch landwirtschaftlich für den Anbau von Sonnenblumen, Zuckerrüben, Wein und Gerste genutzt.

Die Ägäisregion wird sowohl industriell für die Automobil- und Textilindustrie, als auch landwirtschaftlich für die Olivenöl- und Weinproduktion genutzt. Auch Marmor-, Schwefel- und Salzvorkommen sind in dieser Region zu finden. In der Gegend um Bursa werden zudem Pfirsiche, Paprika, Zwiebeln und Kartoffeln angebaut.

Die Schwarzmeerregion mit ihrem gemäßigten Klima und bewaldeter, bergiger Landschaft läßt durch ihren fruchtbaren Boden den Anbau besonders von Tee und Tabak zu, ferner auch von Mais und Haselnüssen.

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Zentralanatolien ist überwiegend durch eine Steppenlandschaft mit trockenem, heißen Klima geprägt, daher eignet sich diese Region für den Anbau von Gerste und Weizen, Zuckerrüben, Pistazien, Baumwolle und Obstplantagen (besonders Wassermelonen). Auch die Schaf- und Ziegenhaltung ist ein wirtschaftlich großer Faktor für diese Region. Die Winter in Zentralanatolien können sehr kalt werden, mit Temperaturen bis zu -20 Grad Celsius. Die Hochebenen und Gebirgsketten mit den kappadokischen Tuffsteinhöhlen und Felsenkirchen machten das Landschaftsbild im Osten dieser Region berühmt.

Die Mittelmeerregion ist bekannt für ihren fruchtbaren Boden und den Anbau von Bananen und Zitrusfrüchten, Wein, Oliven, Feigen, Bananen,Tomaten, Baumwolle, Reis, Pistazien, Erdnüssen und Tabak. Im Norden befindet sich das Taurusgebirge, dessen Berghänge zum Teil für subtropisches Klima sorgen.

In Südostanatolien verlaufen die Flüsse Euphrat und Tigris. Dieses Gebiet wird landwirtschaftlich stark für den Getreideanbau von Weizen und Gerste genutzt, aber auch für den Oliven-, Wein- und Pistazienanbau. Auch die Rinder-, Schaf- und Ziegenhaltung ist hier von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Weiterhin ist diese Region die älteste Kulturregion der Türkei.

Religion
Die vorherrschende Religion in der Türkei ist der Islam. Fast 99% der Bevölkerung sind Moslems, die meisten (ca. 80%) davon Sunniten, d. h. sie leben nach einer orthodoxen Ausrichtung des Islam. Weiterhin gibt es etwa 15 Mio. Aleviten, die nach der heterodoxen Ausrichtung des Islam leben.
Durch den Republiksbegründer Mustafa Kemal Atatürk wurde der Laizismus eingeführt, der eine strikte Trennung zwischen Staat und Religion vorschreibt. Die Kontrolle dessen obliegt jedoch dem staatlichen Amt für Religiöse Angelegenheiten.
Religiöse Minderheiten wie armenische Christen werden auf ca. 60.000 geschätzt, zudem gibt es rund 23.000 Juden, 15.000 Syrisch-Orthodoxe, 10.000 Baha‘i, ca. 3.500-4.000 griechisch-orthodoxe Christen, ca. 2000 Jeziden und etwa 2.500 Protestanten und Katholiken.

Politik
Die Regierungsform der Türkei ist die parlamentarische Demokratie mit einer Gewaltenteilung von Legislative, Exekutive und Judikative. Die Verwaltungsstruktur ist zentralistisch. Das Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident (derzeit Abdullah Gül), der in Direktwahl bisher für 7 Jahre gewählt ist, ab dem Jahr 2014 wird die Amtszeit jedoch auf 5 Jahre gesetzt. Als Regierungschef ist derzeit der Ministerpräsident Recep Tayip Erdogan im Amt.
Das Parlament besteht aus der Türkischen Großen Nationalversammlung (Türkiye Büyük Millet Meclisi TBMM mit einer Kammer und 550 Sitzen, die Legislaturperiode beträgt 4 Jahre und wird direkt vom Volk gewählt.

Die derzeitige Regierungspartei ist die AKP (Adalet ve Kalkinma Partisi), die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung mit 338 Abgeordneten. Vorsitzender ist Recep Tayip Erdogan. Die Opposition bildet die CHP (Cumhuriyet Halk Partisi), die Republikanische Volkspartei mit 98 Abgeordneten mit dem Vorsitzenden Deniz Baykal.
Weiterhin im Parlament vertreten ist die MHP (Milliyetci Hareket Partisi), die Partei der nationalistischen Bewegung mit 69 Abgeordneten, die DTP (Demokratik Toplum Partisi, die Partei für eine demokratische Gesellschaft mit 21 Abgeordneten, die DSP (Demokratik Sol Parti), die Partei der Demokratischen Linken mit 13 Abgeordneten und die ÖDP (Özgürlük ve Dayanisma Partisi), die Partei der Freiheit und Solidarität mit 1 Abgeordnetem, sowie 5 Unabhängigen und 5 Vakanzen.

Nationale Feiertage:
Januar (Neujahrstag)
April (Tag der nationalen Unabhängigkeit und der Kinder)
Mai (Tag der Jugend und des Sports)
30. August (Tag der Republik, (Ausrufung der Republik durch Mustafa Kemal Atatürk im Jahre 1923))
Infoseiten: Bio Aprikosenkerne aus der Türkei