Obwohl Ägypten in diesem Jahr der offizielle Partner der Reisemesse ITB ist, gibt es nun eine neue Reisewarnung. Der Vorsitzende des Tourismusausschusses hat vor einem Urlaub in Ägypten aufgrund der Diktatur gewarnt. Demnach wird auch weiterhin von Reisen in das nordafrikanische Land abgeraten.

Seit Beginn der Unruhen gehört Ägypten zu den Sorgenkindern des internationalen Tourismus. Das Land kämpft mit sinkenden Gästezahlen, ist letzten Endes aber schon auf die Reisenden aus dem Ausland angewiesen. Immerhin handelt es sich bei dem Tourismus auch weiterhin um eine doch vergleichsweise wichtige Einnahmequelle für das Land.

Die Touristenströme, die einst zwischen dem Roten Meer und den Pyramiden zu finden waren, bleiben zusehends weg. Allein 2011 sind die Urlauberzahlen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 33 Prozent gesunken. Ägypten möchte nun bei seinen potenziellen Gästen um Vertrauen werben.

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Wie auch der Vorsitzende des Tourismusausschusses im Bundestag erklärte, ist von dem einst vorzufindenden demokratischen Aufbruch in Ägypten nicht viel übrig geblieben. Bei der ersten Parlamentswahl, die nach dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak stattfand, schnitten die Muslimbruderschaft und die ultrakonservativen Salafisten am besten ab. Nun ringen sie um eine Verfassung für das Land.

Dass Ägypten von der Demokratie weiterhin weit entfernt ist, beweisen letzten Endes auch die jüngsten Ereignisse im Umgang mit Christen und den Mitarbeitern der Konrad-Adenauer-Stiftung. Nach Empfehlungen von Klaus Brähmig, Tourismusausschuss-Vorsitzender, sollte auch weiterhin von einem Urlaub in Ägypten abgesehen werden.

Brähmig unterstrich, dass sich Touristen schlichtweg fragen sollten, ob ein Urlaub in einem Land als sinnvoll bezeichnet werden kann, wenn in diesem Menschenrechte missachtet und eben nun einmal auch Minderheiten drangsaliert werden.